Holle in Uganda - ein Reisebericht
Afrika! Seit ich denken kann, träume ich davon, nach Afrika zu reisen. Und jetzt endlich, im Oktober 2011, wurde dieser Traum wahr! Ich flog für knappe 3 Wochen nach Uganda, um unser Projekt, das EDI Buwere Vocational College, zu besuchen, das Land kennen zu lernen und unseren Partnern vor Ort sowie Lehrern und Schülern zu begegnen.
Mein Gepäck war leider nicht mit mir in Uganda gelandet und als ich es ein paar Tage später abholen konnte, wurde mir, noch in dem Büro in dem ich mein Gepäck abholte, meine Kamera geklaut. Die Kamera, mit der ich die Reise, den Fortschritt an der Schule und vor allem mein kleines Projekt "Obstbäume pflanzen" für mich, für Afrika Rise und für unsere Sponsoren dokumentieren wollte. Was für ein Start! Aber die afrikanische Mentalität und Gelassenheit wurde schnell zu meiner und ich wusste: Egal! Wird schon - irgendwie.
Zum Glück hatte der Zoll nicht das Stockosorb® konfisziert, welches ich dabei hatte.12 Kilo weißes Pulver im Koffer. Da hatte ich schon ein wenig Bammel, ob ich es ohne Probleme nach Uganda bekomme oder kurzfristig als potenzieller Drogenkurier im Kittchen lande.
Gesponsert wurden die 12 Kilo Stockosorb® im Übrigen von der Firma ...natürlich pflanzlich. Das Granulat wird mit Erde gemischt und beim Pflanzen im Wurzelbereich verteilt. Im Boden quellen die Granulate bei Kontakt mit Wasser zu Gelpartikeln auf, die Wasser und gelöste Nährstoffe speichern. Die Pflanzen können dem Granulat so immer genau die Menge an Wasser entziehen, die sie zur Deckung Ihres Bedarfes benötigen. Stockosorb® schafft damit einen steten Wasservorrat genau dort, wo unsere Bäumchen ihn brauchen - im Wurzelbereich. Die hohe mechanische und biologische Stabilität des Basisstoffes sorgt für eine langanhaltende Wirkung, auch nach wiederholter Austrocknung und überdauert somit hoffentlich länger als nur eine Trockenzeit! Phantastisch, oder? Ganz besonders in so trockenen Gegenden wie Uganda!
Das Stockosorb® war also da, das restliche Gepäck auch, nur die Kamera leider nicht mehr. Zum Glück hatte ich aber noch genügend Speicherkarten dabei und konnte mir eine Kamera ausleihen. Es konnte also losgehen!
Gewohnt habe ich die meiste Zeit bei Cate und ihren Kindern Jessie und Jemimah. Die drei wurden schnell zu meiner Familie, haben mich sprichwörtlich an die Hand genommen und mir die Umgebung, den Weg nach Kampala - und vor allem den Weg zurück! - gezeigt. Wo man was kauft, wie viel man zahlt, das afrikanische Essen (lecker!). Sonntags bin ich dann mit ihnen in die Kirche gegangen (ein Erlebnis!) und habe den Alltag mit Ihnen geteilt.



An meinem vierten Tag in Uganda bin ich dann mit Peter, dem Direktor unserer Berufsschule, nach Buwere gefahren. Die Fahrt dauerte nur etwa eineinhalb Stunden, da die Straße verhältnismäßig gut ist. Aufgrund von Peters Auto gestaltete die Fahrt sich trotzdem zu einem kleinen Abenteuer! Das funktioniert nicht immer so wie man will, es regnet rein, bleibt ab und zu einfach stehen. Aber schließlich kamen wir doch sicher an unserem Ziel an.
Es war toll, die Schule nun endlich einmal zu sehen, sich mit den Lehrern auszutauschen und die Schüler kennen zu lernen. Obwohl sich letzteres doch etwas schwierig gestaltete, da die Schüler und Schülerinnen unheimlich schüchtern sind. Die Jungs haben mich ignoriert, die Mädels nur verstohlen geschaut und gekichert. Ich wurde schon vorgewarnt, dass es schwierig werden würde, mit Ihnen in Kontakt zu kommen und hoffte, es würde besser, wenn ich erst mal etwas öfter dort war und tatsächlich, nach 1-2 Tagen waren besonders die Mädchen aufgetaut, haben mir gezeigt, an was sie zur Zeit arbeiten, ihre selbstgenähte Kleidung präsentiert, mir ugandisch kochen beigebracht und mich herzhaft ausgelacht, wenn ich versucht habe, Kassava zu schälen und mich nicht ganz so geschickt angestellt habe.

Da nicht genügend Geld für Stoffe da ist, lernen die Mädchen zunächst das berechnen, zuschneiden und nähen auf Papier. Dafür werden die Zementsäcke der Maurer als Stoffersatzumfunktioniert. Als ich dies im Vorfeld meiner Reise meiner Patientin Frau Eiserbeck, einer ehemaligen Schneiderin, erzählte, brachte sie mir gleich zum folgenden Termin eine Tüte mit Stoffen mit. Feinste Seidenstoffe! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie die Augen der Lehrerin und der Schülerinnen geleuchtet haben, als sie die Tüte öffneten. Sofort wurden alle zusammengetrommelt und Pläne geschmiedet was man aus welchem Stoff herstellen könnte, woraus eine Bluse, woraus ein Kleid?
Bei meinem zweiten Besuch einige Tage später brachten Peter und ich die kleinen Obstbäumchen mit, die wir dank der Spenden auf betterplace.de kaufen konnten. 17 Maracuja-, je 10 Mango-, Orangen- und Papayabäumchen. Zunächst war ich etwas enttäuscht darüber, wie klein die Bäume waren, aber man versicherte mir, sie würden schneller als in Europa wachsen und die Maracujas würden schon in 6 Monaten die ersten Früchte tragen können. Na dann, ich bin gespannt!
Während ich mit den beiden Lehrern und einigen Schülern den Tag an der Schule verbrachte und damit begann, die Flächen für die Obstbäume vorzubereiten, die Pflanzlöcher auszuheben, das Stockosorb® unterzumischen und die Maracuja- und Mangobäumchen zu pflanzen - und das alles bei sängender Hitze - hielten Peter, seine Frau und 2 der Schülerinnen einen Workshop über die Saft- und Weinherstellung aus Obst. Den Saft konnte ich schon probieren - sehr lecker! Der Wein braucht etwa 6 Monate und wir hoffentlich genauso gut!



Nach meiner Abreise wurde noch ein ganzes Ananasfeld angelegt mit insgesamt 2.000 Ananaspflänzchen! Diese brauchen in etwa 12 Monate um zu reifen bevor die Schüler sie verkaufen und /oder Saft und Wein herstellen können.
Die beiden Bauvorhaben, die Johnny im Januar 2011 gestartet hatte (ein Outdoor-Klassenraum für die Maurer und ein Schlafsaal für zukünftige Internatsschüler) sind leider beide noch nicht ganz fertig gestellt. Die Arbeiten am Outdoor-Klassenraum wurden während meines Aufenthaltes fast abgeschlossen, am Schlafsaal muss noch einiges passieren. Wir hoffen, im Februar endlich die Schülerzahlen erhöhen zu können und die ersten „Boarders“, also Internatsschüler, aufzunehmen.
Nach knappen 3 Wochen musste ich meine Koffer leider schon wieder packen (aufgefüllt vor allem mit riesigen Mengen an Früchten) und Cate sowie 3 ihrer vielen Geschwister brachten mich zum Flughafen. Die Fahrt und Wartezeit bis zum Check-in wurde zu einer kleinen aber wilden Party und ich wäre am liebsten Schnurstracks umgekehrt und wieder zurück gefahren! Es war eine so wundervolle Zeit, mit spannenden Menschen, einer atemberaubenden Natur und einzigartigen Erlebnissen.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir diese Reise ermöglicht und mich unterstützt haben und natürlich nochmal ganz herzlich bei Frau Eiserbeck für die Stoffe und bei Lars Gather von "...natürlich Pflanzlich" für das Stockosorb®! Tausend Dank!
Flash8 oder höher erforderlich oder unter http://www.youtube.com/watch?v=SjB6GlpzLoA bei Youtube schauen
[video:http://www.youtube.com/watch?v=SjB6GlpzLoAwidth:620px height:370px align:left]
Ein kleiner Nachsatz:
Ich bin allein hingeflogen. Und auch wenn ich zwischendurch so sehr jemanden vermisst habe, mit dem ich alle Eindrücke gemeinsam verarbeiten kann, bereue ich es nicht. Es war toll, all die Erfahrungen zu machen und ich bin fest davon überzeugt, dass ich viele davon nie in der Form gemacht hätte, wäre ich nicht alleine hingeflogen. Und beim nächsten Mal nehme ich mir einfach jemanden mit!
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