Johnny Strange am EDI College im Januar 2011


EDI Buwere Vocational College - GruppenfotoPünktlich zu Beginn des neuen Jahres war ich erneut in Uganda, um mir die Situation an unserem EDI College anzuschauen, mich mit den Menschen vor Ort auszutauschen und eure Spenden aus dem letzen Jahr in die Hand zu nehmen und die nächsten Schritte auf den Weg zu bringen. Wie immer zu dieser Jahreszeit waren auch dieses Jahr „Sommerferien“, da mir ein Besuch jedoch nur einmal im Jahr möglich ist, haben uns die Ferien nicht daran gehindert, all unsere Schüler zu mobilisieren und einzuspannen. Dieses Jahr wollen wir mit Afrika Rise und der Schule einen Sprung nach Vorn machen und nicht zögern, unsere bislang größten Probleme gezielt anzupacken.

Eines unserer Grundprobleme ist die niedrige Schülerzahl, die starken Schwankungen unterliegt und regelmäßig auf nur wenige Schüler zurückfällt, die die Ausbildung wirklich ernst nehmen. Eine der Hauptursachen liegt darin, dass Oberschulen in Uganda fast ausschließlich Internate sind. Das bedeutet, dass die Schüler üblicherweise an den Schulen leben und nur in den Ferien oder an dem einen oder anderen Wochenende nach Hause kommen. Die Familien sparen so viel Geld für den Transport, werden in der Kinderversorgung entlastet und können ihre Kinder auch problemlos auf weiter entfernte Schulen schicken.

Unsere Schule hat bisher keine Möglichkeit geboten, größere Schülerzahlen zu beherbergen. Es gibt zwar ein Haus für das Personal, in dem auch einige Schüler unterkommen, jedoch entsprechen diese Verhältnisse nicht dem Standard, der von den Eltern erwarten wird. Außerdem ist dieser Platz nicht im geringsten ausreichend für die Schülerzahlen, die wir anstreben. Als Folge haben wir nun mit dem Bau von Schlafsälen begonnen. Es fehlt noch etwas Geld für die Fertigstellung, aber wir hoffen, den Bau in den nächsten 3 bis 4 Monaten  abschließen zu können.

Die zweite Baustelle, die wir während meines Aufenthalts eröffnet haben, ist ein neuer Outdoor-Klassenraum. Dieser wird direkt an das alte Hauptgebäude der Schule angrenzen und für die Maurerworkshops genutzt werden. Ein Teil des alten Gebäudes, der bislang für diesen Zweck genutzt wurde, wird somit frei für die bislang nur sehr rudimentär ausgeführten Schreinerworkshops.

Ein weiteres Problem mit dem wir schon länger kämpfen ist die verfügbare Wassermenge. In Regenzeiten ist diese ausreichend, doch in Trockenzeiten wird das Wasser sehr knapp. Auch unser Ziel der höheren Schülerzahlen, die täglich duschen, kochen, Maurern und Landwirtschaft betreiben, erhöht den Wasserbedarf enorm. Da uns durch den Bau der neuen Schulgebäude bald zwei weitere Dächer zum Auffangen von Regenwasser zur Verfügung stehen werden, haben wir beschlossen, das Kapitel Wasserprobleme nun endlich abzuschließen und einen neuen Hauptwassertank mit einer Kapazität von 30.000 Litern an der Schule zu installieren. Der Tank ist riesig und kann in Dürrezeiten auch die umliegende Dorfbevölkerung mit versorgen.

EDI Buwere Vocational College - FunDer allgemeine Eindruck, den die Schule macht, hat sich sehr positiv entwickelt. Es ist nun offensichtlich, dass sich einiges tut. Die Schüler haben viel zu tun und bekommen super praktische Erfahrung. Auch die Dorfbevölkerung profitiert von unseren Investitionen durch kleine Jobs, die hier und dort anfallen und in die wir sie des Öfteren mit einbeziehen. Das Interesse der Leute steigt und manche kommen auch von weiter her, um zu schauen, ob sie ihre Kinder eventuell an die Schule schicken möchten, sollte die Entwicklung weiterhin so positiv voranschreiten.

Außerdem haben wir uns ein wenig umgehört und ein anderes Projekt in der Gegend besucht, welches sich schon länger und mit mehr Budget im Bereich der handwerklichen Ausbildungen vor Ort beschäftigt. Dort habe ich in Erfahrung gebracht, dass die Situation im Allgemeinen sehr schwierig ist, dass es so gut wie keine Einrichtungen gibt, die ohne Spenden überleben können und das unsere Gesamtbilanz mit schwachen Einkünften und geringen Schülerzahlen im Durchschnitt eigentlich eine recht positive ist. Auf der anderen Seite war es auch ein wenig ernüchternd zu sehen, wie überlebenswichtig unsere Unterstützung aus Deutschland noch für die Schule ist und dass es noch einiges an Investitionen (in profitbringende Nebenprojekte auf unserem Gelände) bedarf, bis die Schule sich wirklich finanziell unabhängig von Afrika Rise oder einer anderen Spendenorganisationen tragen kann. Trotzdem ist und bleibt das ein ganz klares Ziel von Afrika Rise und ich bin mir sicher, dass wir es mit eurer Hilfe in Zukunft auch erreichen können.

Garnspende

Ein gutes Beispiel dafür, wie ihr uns helfen könnt, hat Priska Zimmermann gesetzt, die uns haufenweise Nähgarn gespendet hat. Meinen Besuch habe ich natürlich direkt genutzt, um diese großartige Spende zu überreichen.




Afrika Rise e.V.
Postfach 610 635
10937 Berlin

Spendenkonto:
Konto-Nr: 108 160 0
Bankleitzahl: 100 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
BIC: 10020500 BFSWDE33BER
IBAN: DE76100205000001081600